Projektprozess nach V-Modell XT

 

Projektablauf

Die Entwicklung von Software basiert bei comundus auf einem standardisierten Entwicklungsprozess. Er orientiert sich an dem V-Modell XT, dem offiziellen Vorgehensmodell des Bundes. Dies stellt eine durchgängige Qualität über den gesamten Softwareentwicklungszyklus sicher und macht so den Projekterfolg planbar.

 

Vorprojektphase

Die Vorprojektphase beginnt mit der Ausschreibung bzw. dem Kontakt zum neuen oder bestehenden Kunden, bei welcher die Projektidee dargestellt wird und endet mit der Projektbeauftragung seitens des Kunden. Diese ist zugleich Meilenstein für das Ende der ersten Phase. Dabei übergibt der Account-Manager das Projekt dem Projektleiter, der ab diesem Punkt die Verantwortung für das Gelingen hat.

 

Realisierungsphase

Die eigentliche Realisierungsphase unterteilt sich in vier Subphasen, die iterativ durchlaufen werden können, falls eine entsprechende Realisierung stattfinden soll. Die Phasen werden auch von einzelnen SW-Entwicklern während des Realisierungsprozesses durchlaufen, was z. B. bei der Entwicklung einzelner Module nicht notwendigerweise parallel zu den anderen SW-Entwicklern geschehen muss. Es ist auch möglich, dass ein Entwickler während eines Release-Zyklus diese Phasen mit unterschiedlichen Arbeitspaketen mehrmalig durchläuft.
Die Realisierungsphase beginnt mit dem Kick-off-Meeting des internen Projektteams und endet mit der Auslieferung  des endgültigen Releases auf dem Kundensystem. Zu Beginn erstellt der Projektleiter den übergreifenden Projektplan, in welchem Vorgehen, Ressourcen, Zeitplan, geplante Iterationen usw. beschrieben sind.
Während der gesamten Realisierungsphase erstellt der Projektleiter in regelmäßigen Abständen einen Projektstatusbericht; dieser beinhaltet einen SOLL/IST-Abgleich von Zeit- und Kostenplan (Aufwand). Zudem managt der Projektleiter Änderungswünsche; nach einer Abschätzung werden dem Kunden die dadurch neu entstehenden Kosten sowie ggf. Verschiebungen im Zeitplan in einem Change Letter bekanntgegeben und werden von diesem freigegeben.

 

Die vier Subphasen innerhalb der Realisierungsphase:

 

Spezifikationsphase

Während dieser Phase werden die Anforderungen des Kunden präzisiert (am besten in Form von Use-Cases) und das Feinkonzept bzw. Pflichtenheft vom Architekten erstellt (bei erster Iteration) bzw. ergänzt (bei weiteren Iterationen). Bei komplexeren Projekten erfolgt dies mithilfe von Realisierungs-Workshops in enger Abstimmung mit dem Kunden. Ggf. wird die Anforderungsbeschreibung angepasst. Die Phase endet mit dem Meilenstein der Abnahme des Pflichtenheftes durch den Kunden.

Innerhalb der Spezifikationsphase wird auch die grundsätzliche Oberflächengestaltung und die User Interaktionen festgelegt.

Designphase

Nach der Freigabe des Pflichtenheftes werden die daraus folgenden Aufgaben als Arbeitspakete im Projektplan und im Zeiterfassungsmanagement erfasst und an die SW-Entwicklung verteilt. Diese erstellen auf Grundlage des Pflichtenheftes das technische Feinkonzept für ihre Arbeitspakete. Der Technische Verantwortliche sorgt dafür, dass die einzelnen Feinkonzepte in das übergreifende Dokument mit dem Systemdesign integriert werden, wo sie auch anderen Entwicklern zur Verfügung stehen. Während dieser Phase entstandene Fragen oder Auswirkungen auf die im Pflichtenheft beschriebenen Funktionen klärt der interne Projektleiter mit dem Projektleiter des Kunden.

Die Designphase eines Arbeitspaketes endet mit der Abnahme des Systemdesign durch den Technischen Verantwortlichen. Fragen in Bezug auf die Konsistenz des Gesamtsystems werden mit dem Architekten abgeklärt.

Implementierungsphase

In dieser Phase geschieht die eigentliche Codierung und die Tests auf dem System der beteiligten Entwickler. Auswirkungen auf das Gesamtsystem klärt der SW-Entwickler mit dem Technischen Verantwortlichen oder dem Architekten. Fragen oder Auswirkungen auf die im Pflichtenheft beschriebenen Funktionen klärt der Projektleiter mit dem Projektleiter des Kunden.

Der SW-Entwickler dokumentiert den Quellcode während der Entwicklung nach Java-Doc- bzw. Php-Doc-Standards, sodass beim Build automatisch eine entsprechende Dokumentation generiert werden kann. Zusätzlich notwendige Informationen zur Entwicklung und/oder Weiterentwicklung werden zentral in der Entwicklerdokumentation festgehalten. Der Technische Verantwortliche führt in dieser Phase regelmäßige Reviews zu Codequalität und Einhaltung von Codier- und Dokumentationsrichtlinien durch – ggf. mithilfe der beim Build verwendeten Werkzeuge.

Releaseabschlussphase

In dieser Phase werden die von den SW-Entwicklern realisierten Arbeitspakete zum geplanten Release zusammengestellt und auf dem offiziellen Testsystem installiert, typischerweise eine Virtual Machine (VM).
Innerhalb eines 48-Std.-Quality-Gates wird das Release getestet. Für diese Tests erstellt der Qualitäts-Manager anhand des Pflichtenheftes mit den Use-Cases und dem Systemdesign den Testplan für das Release, der Prüfer führt die Tests durch und protokolliert diese im Testprotokoll. Der Projektleiter prüft, ob die im Pflichtenheft vereinbarten fachlichen Anforderungen erfüllt sind. Nach erfolgreichem Abschluss der Tests und ggf. Bugfixing kann auf das Kundensystem ausgeliefert werden  – der letzte Milestone dieser Phase. Ergebnis der ersten Auslieferung ist i.d.R. der Prototyp, Ergebnis der letzten Auslieferung das endgültige Release.

Die Phase beginnt mit der Zusammenstellung und Auslieferung der vorhandenen Arbeitspakete auf das interne Testsystem und endet mit der Auslieferung des Release-Auslieferungspaketes auf das Kundensystem; Ergebnis und Inhalt dieser Auslieferung werden im Releaseletter transparent dokumentiert. Dieser wird nach erfolgter Auslieferung vom Projektleiter an den Kunden versendet.

 

Nachprojektphase

Die Nachprojektphase beginnt nach der Auslieferung des endgültigen Releases. Das Release ist auf dem Kundensystem und kommt nun in die Betaphase. Während dieser Zeit werden noch (falls nötig) Bugfix-Auslieferungspakete nachgeliefert, bis das System die in Pflichtenheft und Change Letters definierten Anforderungen erfüllt. Daraufhin wird das Abnahmeprotokoll erstellt und vom Kunden unterzeichnet. Dies stellt den Milestone für den Abschluss der Phase dar. Nach diesem Projektabschluss gibt der Projektleiter den Kunden wieder in die Obhut des Account-Managers.